Vorab ein Kurzüberblick
Reisestrecke von 3860 km
(80% davon recht gut asphaltiert, Rest Sand-, Matsch- und Geröllpisten) auf
folgender Route (Parks fett):
Antananarivo – Andasibe/Perinet – Tamatave – Fenerive – Mananjary – Ranomafana – Fianarantsoa
– Ambalavao – Andringita
– Ihosy – Tulear – Ifaty – Zombitse – Isalo – Ambositra –
Morondava – Belo sur Mer – Miandrivazo
– Antananarivo

Der abgebildete GPS-track ist teilweise auf www.magnalox.net als replay
abrufbar (mit Satellitenbildern hinterlegbar ;-)
Reisezeit: 25.11.2005 – 26.12.2005, reichte nicht für ganz
"Muramura"-Land (=laaangsam),
wenn man wie wir nicht rast. Eine Fortsetzung wäre denkbar...
Trotz Regenzeit nur viermal
nasse Füsse, ansonsten traumhaftes Wetter, Possi hatte da wohl eher Pech... (s. www.possi.de)
Erstbesuch des „confluence-Punktes“ 47E 22S (s. www.confluence.org)
Höchster bestiegener Berg:
Pic Boby (mit 2658m der
Zweithöchste, der Höchste ist quasi unerreichbar ;-)
Es gibt unglaublich viel zu
sehen ("Ein Wenig" davon haben wir auch fotografiert: 1400 Bilder
und Kurzvideos…
Chamäleons: sehr viele Arten dieser Reptilien, die meist auf
ganz eigene Art schleichen, Größe 3 bis 60 cm
Lemuren (knuddelige
Halbaffenarten, die es sonst nur noch auf den Komoren
gibt): noch viel mehr, 12 bis 110 cm groß
Und was sonst so kriecht und
fleucht: unglaublich viel (von wunderschönen Riesenfaltern
über zugehörige Raupen zu fauchende Mega-Schaben, schillernde Vögel, hungrige
Schlangen und Spinnen, jetzt satte Blutegel und Moskitos...)
Fortbewegung: Neben Motorrad, Pousse-Pousse
(Madagassisch für Rikscha), Trekkingschuhen und Taxi-Brousse
(vollgepferchtes Sammeltaxi) haben wir auch Motorboot
(100 der 500 km Canal de Palanganes
und Morondava nach Belo sur Mer) und besegelten Einbaum
(sog. Piroge, 9 Stunden, 60km weit, 5km vor der Küste…) genutzt.
Kosten: weniger als 5.000 Euro, Bärenanteil für Flug
(2.000) und Motorrad (1.200).
Bevölkerung: 18 Stämme mit Herkunft aus Arabien, Nubien, Borneo (!), letztere
dominieren.
Kurzum Zufriedenheit:
100% J
Ein paar Worte zum Land…(ja, das ist ein eigener
Staat)
Madagaskar ist reich: Noch gibt es unvergleichbare
Natur. Die Menschen haben einen ganz eigene Kultur.
Die Insel ist in der Lage ein Vielfaches an Menschen zu ernähren. Es brodelt(e)
zwar, was auch an Abneigung zwischen den Stämmen liegt, aber die Unruhen
schlugen – bis jetzt zumindest – nicht in einen Bürgerkrieg um. Ob das an der
Art der Madagassen liegt und/oder nur nicht genug Gewehre vorhanden sind, kann
ich als Tourist nicht wirklich einschätzen. Reich auch an ganz unterschiedlichen
Landschaften: Regenwald im Nordosten, Dornenwüste im Südwesten, Reisterassen im
Hochland und sogar Hochgebirge.
Madagaskar ist arm: Es
rangiert auf den alleruntersten Plätzen. Manche
Menschen hungern (Süden und Slums der Hauptstadt). Bildung ist Mangelware. Die
Kultur engt die Möglichkeit der Menschen ein, flexibel auf Änderungen zu
reagieren. So wird in 10-20 Jahren vom Regenwald vermutlich nicht mehr viel
übrig sein, weil man „schon immer“ Brandrodung betrieb, was bei geringerer
Bevölkerung noch gehen mochte.
Madagaskar ist eine recht
große Insel, ein „Inselkontinent“. 1.500 km sind es vom Süden bis zum Norden,
Distanzen kosten aber zumindest auf Straßen mehr Zeit als in den meisten
anderen Staaten. Handelswege berühren Madagaskar nicht, vom Festland Afrika ist
es seit Millionen von Jahren getrennt. So entwickeln sich Kultur und Natur in
anderer Weise, der Evolutionsdruck durch Räuber ist hier geringer (keine Tiger,
nur Piraten und Franzosen bis 1960 ;-).
Es ist anders, einzig – viele
der Tiere und Pflanzen gibt es nur hier. Auch die Kultur mit Ihren „Fadys“ (Tabus) und Gebräuchen (so ist es Sitte die Gebeine
der Toten nach ein paar Jahren wieder auszugraben und zu reinigen) ist
ungewöhnlich.
Uns gegenüber war es auch
artig: Wir trafen auf sehr freundliche Menschen, hatten gutes Wetter, konnten
uns an seinen Schönheiten erfreuen und auch mal entspannen. Flug und Motorrad
waren die Kostenverursacher, Zimmermieten (3-25 Euro) und Essen (1-4 Euro) sind
sehr günstig und es geht billiger... Als Währung gelten übrigens der alte
Madagassische Franc parallel zum neuen Ariari (7500 FM = 2500 Ariari = ca. 1
Euro).

Stilleben: Zwei Währungen (hier auf einem Schein), nur eine
Bierbrauerei, hauptsächlich eine Beilage, handgeschriebene Rechnungen mit
kleinen Summen (hier 8 Euro Abendessen und Übernachtung)
Die Reise
Antananarivo oder kurz Tana empfanden
wir nicht als Schönheit. Das galt dann auch für die übrigen Städte. [Andere
Reisende hatten sich auf Städte konzentriert, wohl weil Reiseführer und
schlechtes Fortkommen ohne eigenes Fahrzeug das nahe legten.] Vom
Motorradverleiher

Der Erste ist gleich der Bunteste

Honig für Lemuren, Ariari für Wärter…

Recht groß und recht bunt
Tags darauf begleitet

Hier ohne Ton…

Guten Appetit, gut verrenkt.

Jetzt aber schnell die Farbe
anpassen!

Und noch Eines.
Ab hier zunächst fragmentartig (to be continued):

Strand am See, Bungalow deluxe – so kann man leben
Tamatave: Orkanstadt
Expressroute
Fenerive: Vanille, Traumstrand

Mahanoro: vergleichsweise teures Wechseln auf den Wasserweg

Einschiffen – 5 Mann statt
Rampe

Ausladen und Schieben – 15 mal am Tag…

Tuckern bis die Sonne
untergeht
Mananjary: Endlich wieder Straße? Manchmal wär
uns Schotter lieber gewesen.
NP Ranomafana:
Leeches, mach das weg
Fianarantsoa: Naja.
Internet?
Ambalavao: Relaxt,
Haribo.
NP Andringita: In my country

Brennholzjogger
Ihosy: “IIIIUSCH”, man kann es auch auslassen
Tulear: gute Mopeds, tolles Arboretum mit kleinstem
Primaten und kleinstem Chamäleon, Pousse-Pousse-Fahren,
Quastenflosser, Mopeddämpfer wird getauscht
Ifaty: 2windy2dive
NP Zombitse:
Wespe piekst, Riesenchamäleon kratzt, hier fühlen wir
uns wohl…

Nur für dieses Foto haben
wir ein Stativ um die halbe Welt transportiert ;-)
NP Isalo:
Touristisch nett
Ambalavao: 4722 Link zu www.confluence.org

Da oben ist es. Und (nicht
nur) die Locals halten mich für verrückt…
Ambositra: “Ambuscht”
Andasibe: sind nur durchgehuscht durch die Kurstadt mit
Bierbrauerei
Morondava: Weihnachtsfeuer, Bungalow extra-deluxe,
GIVI-Heckträger wird geschweisst
(wenige Euro)
Belo sur Mer:
Wie können wir das Paradies verlassen? Per Piroge, Schweizer ohne
Geschäftskonzept

Fish´n rice
Miandrivazo: 11
Antananarivo: geschafft
Zweiter Weichnachtstag in
Paris
Nachtzug abends nach
Frankfurt, wir vergraulen ungewollt aber erfreut ein komisches Paar