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PP in Rumänien 06/2000 - Transsilvania-Motorradtour

„Rumänien? Wieso fahrt Ihr denn ausgerechnet nach Rumänien?“

Das fragt uns so mancher und ich gebe folgende Begründung: weil wir im Internet die Unterkunft und den Offroadtrip vor Ort ersteigert haben.

Genauer gesagt reizt es uns, mal in den Ostblock einzutauchen, der nicht nur für uns eine größere Unbekannte ist als viel entferntere Ziele in Asien, Afrika, Nord- und Südamerika, die wir bereits bereist haben. Unsere Unkenntnis dokumentiert Elke amüsant beim Eintrag des Visums in die Pässe:
Botschaftsangestellte: „Von wo reisen Sie ein?“
Elke: „Tschechoslowakei.“
Die Dame hat entweder selbst keine Geographiekenntnisse, oder ist nur an Reisezweck („Tourismus“) oder Geld (60,- DM Visumsgebühr) interessiert. Wir stellen später im Atlas fest: Aus der Tschechoslwokai sind Tschechien (=Tschechei?) und Slowakei hervorgegangen („ah, Slowenien ist wieder woanders“) beide grenzen nicht an Rumänien, wir werden über Ungarn ein- und ausreisen.

Sehr reizvoll ist für mich die Aussicht, sich mit dem Motorrad mal vom Aspahalt entfernen zu dürfen (oder müssen). Westeuropa ist einfach zu eng, z.B. in den Alpen kann ich verstehen, dass wildes Motorradeln nicht begeistert - es kollidiert mit den Interessen der Wanderer, Ruhesuchenden, ...

Spätestens nach der Tour haben wir sogar Gründe wieder nach Rumänien zu reisen. Ein paar seinen hier verraten. Rumänien ist:


Details liefert dieser Bericht - es gibt übrigens wenig Bücher über Rumänien, mehr findet sich im Internet.

Wir haben Rumänien weder als gefährlich noch als von Umweltkatastrophen gebeutelt erfahren. Entsprechend findet sich nichts darüber in diesem Bericht.

Ausrüstung und Vorbereitung:

Unsere Motorräder sind das Gegenteil hochspezialisierter Reiseenduros:
Suzuki DR650 RSE (Bj. 92) und Honda SLR650 (Bj. 98)
Aber sie sind zuverlässig, preiswert in Kauf und Betrieb. Und es bricht uns nicht das Herz, wenn sie kaputt gehen, gestohlen werden.

Wir haben außer den jeweils 2 GIVI-Koffern und einer Scheibe an der SLR keine Veränderungen vorgenommen. Meine Maschine steht schon immer geduldig vor der Tür, es ist ihre größte Tour, obwohl sie schon 35.000 km auf der Uhr hat.

Am Wochenende sind wir beim Trainig auf der Crossstrecke mit der Straßenbereifung regelrecht steckengeblieben und so haben wir aus Panik beschloßen Stollenreifen aufziehen zu lassen.

Vorbereitungen treffen wir kaum, schmeissen kurzerhand Zelt, Isomatten und Schlafsäcke in die Koffer finden noch genug Kleidung, Bücher etc. für den verbleibenden Platz.

Mein GPS habe ich beim eiligen Packen nicht gefunden, aber auch nur einmal vermisst.

Das teure Funkset nutzen wir nach dem ersten Tag nicht mehr. Uns nerven Bedienung, Kabel und die Veränderungen im Helm. Wir fangen Störungen ein, es ist uns zu laut und was man redet ist nicht gerade entspannt, klingt eher nach einem Diktat. Aber es gibt auch zufriedene Nutzer...

Wir haben uns eigentlich erst beim Fahren entschlossen nicht schnell über Österreich und Ungarn, sondern über Tschechien, Slowakei und Ungarn zu reisen und haben das als allmähliche Akklimatisation an Rumänien empfunden, haben so keinen Kulturschock wie damals in Indien bekommen.

Start:
Vom Büro kann sich Elke erst spät lösen, ich bin auch noch im Streß, die Reifen zu besorgen. So kommen wir spät los.

Noch vor der tschechischen Grenze lassen wir es gut sein (zu kalt) und haben Mühe in einem kleinen Gasthof in Alfeld (vor Amberg) morgens um eins eine Bleibe zu finden. Im größeren Hotel im Dorf guckte zwar eine Alte aus dem Fenster, hielt es aber nicht nötig uns auch nur abzusagen.

Am nächsten Tag kommen wir problemlos über die Grenze und stellen zuerst fest, dass zumindest die Autobahn in hervorragendem Zustand ist.

Wir stoppen wir in Pilzen - natürlich auch um ein Pils zu trinken. Ein ganz netter Ort, jetzt beim ersten Halt sieht man doch Unterschiede zu Westeuropa. Die Ladenketten zum Beispiel haben sich nicht wie bei uns über die Stadt verbreitet, alles wirkt schon etwas grauer, trister. Schlagartig dominieren Skodas die Straßen. Wir sehen auf der ganzen Reise sehr viele kleine Daewoo Matiz (haben wir auch).

Witzig sind die elektrisch über Oberleitungen betriebenen Busse.

Wir essen und stellen erstaunt fest, dass dies unsere Reisekasse kaum strapaziert.

Irgendwo Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Abends stoppen wir in ??? und geniessen das beste dunkle Bier der Reise.

Düstere Sinti/Roma (?) Dörfer???

Tags drauf hüpfen wir kurz durch die Slowakei und wählen in Miskolc (Ungarn) das erste Hotel der recht schönen Stadt. Beim abendlichen Stadtrundgang fällt uns auf, daß viele auch junge Leute unterwegs sind, etwas abseits der City schallt Technomusik, ein Schwung adrett angezogener Leute strömt - wahrscheinlich aus Theather oder ähnlichem kommend - an uns vorbei.

Weiter geht´s über Tokaj, hier im Weingebiet sehen wir die ersten Störche auf den Dächern, sind davon ganz begeistert.

Störche Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Mittlerweile ist es brütendheiss, beim Fahren ist es erträglich, bloß nicht Halten!

Und Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

An der rumänischen Grenze warten wir etwas über eine halbe Stunde, dann wird die Straße im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig schlechter.

Auf einem Schild ist zu lesen, dass das Straßenbauministerium der EU den Anschluss an Europa sponsert.
Wir merken sofort, dass hier weniger Geld als in Tschechien, Slowakyen und Ungarn zur Verfügung steht.
Man braucht nur die Anzahl der Autos vor den Häusern zu zählen, kam in anderen Ländern noch ein Auto auf alle 2-4 Häuser, so scheinen es hier 2-3 pro Dorf zu sein.

Wir sehen gleich ein paar Hochzeiten, sehr modern gehalten, mit Nobelschlitten mitten im Dorf, Brau in Weiß, viele Frauen tragen elegante Kleider. Noch eleganter geht es auf der Hochzeit in der Stadt zu.

Allgemein setzt sich hier der Trend zu luftiger Bekleidung fort. Liegt auch an der kontinentalen Hitze: Bei kontinuierlich bis zu 40 Grad Celsius läuft uns der Schweiß bis in die Motorradstiefel... Der Fahrtwind bringt Linderung – bloß nicht stehen bleiben.

Wir lassen es langsam angehen und tuckern von Satumare nach Baiamare und übernachten wieder gut im Hotel Maramuresch: Etwa altbacken und nicht ganz auf westlichem Komfortbedürfnisse eingerichtet, aber dafür teuer J.

Abends genießen wir wieder Bier. Der alte Stadtkern mit einem Turm von 1400 ist recht verfallen, dafür finden wir Plattenbauromantik. Neu sind nur McDonald, Cola und Pizza. Wieder sind viele, vor allen jungen Leute, unterwegs. Das es eine Städte ist, deren Industrie mit am katastrophalen Ruf Rumäniens Schuld trägt, fällt uns nicht mehr auf.

Am 4.6. geht es in die Maramures. Auf einmal sehen wir viele Frauen in Trachten (Petticoatartiger Rock bei den Frauen, die Männer tragen witzige Hüte), wunderschöne Holzportale (scheinen größer als die Hütten)

Typisches Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Irgendwie fühlen wir uns Mütterchen Russland ganz nah - obwohl wir die Ukraine, die nur wenige Kilometer entfernt ist, nicht kennen.

Manche Verbindungsstraße ist eher ein Geländetripp. Allgemein gilt: Möglichkeiten zum Fahren im Gelände gibt es mehr als genug. Kein Streß mit Oberförstern...

Mit einem Mal steht die Virago von Hans-Wolf hinter uns. Er tuckert auch so durch die Gegend. Er erzählt von seiner Beule: Auf ein Feld geraten, kommt es zu einem Streit mit dem krawetzigen Besitzer, der ihn von der Maschine haut. Wie das genau abgelaufen ist, wird uns nicht klar, jedenfalls hat Hans-Wolf eine gute Beule mit einem Bluterguss bis zur Nase. Dafür hat er aber auch ausgeteilt und letztlich weder an Leib, noch an Maschine wesentliche Schäden davongetragen. Untergekommen ist er gut, sein Moped parkt nachts in einem Kühlhaus. Wir trennen uns wieder, mal sehen, ob wir uns bei Walter wieder treffen.

Wir hatten übrigens nie Probleme – ich habe mal versehentlich eine Kuhherde gleich ein paar hundert Meter vor mir hergescheucht und verständlicherweise einen Bauern verärgert, aber als ich sie mit dem Motorrad wieder zurückgetrieben habe (macht Spaß...), war er´s zufrieden.

Ein paar Kilometer weiter speisen wir recht gut in Perla ...: Chateau Briand und Boef Stroganoff. Liegt von der Qualität etwas über gut bürgerlich, der Service ist wesentlich besser, die Preise auch: Mit Getränken und Kaffee kostet es 15,00 DM.

Weiter geht es zum fröhlichen Friedhof in Sapunta?. Der Eintritt beträgt gerade DM 1,00 pro Nase. Die Grabstelen sind bemalt. Sie stellen manchmal das Leben, oft auch den Todesumstand dar – Unfall, Krieg, ...

Friedhof Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Wir wenden und halten in einem Dorf bei deutschen Motorrädern. Jungens aus Regen, futternd.

In Viseo de Sus halten wir für die Nacht, das Hotel sieht zu gut aus, um vorbeizufahren, die Motorräder stehen sicher im Hof. Ausgehen ist ein Reinfall, immerhin bekommen wir unser gute Nacht-Bier mit Chips zum TV.

Am 5.6 nehmen wir den Pass von Borsa, einfach schön. Die Straßen sind nicht allzu schlecht, der Blick ist klasse, ganz anders als die gestrige Route (toll vor Petrova) ist es diesmal steiler, nahezu alpin, kühlt sich bis 1400 Meter ab und besteht diesmal primär aus Nadelwald.

Auf der Passhöhe steht ein Bus mit 12-jährigen. Die Jungens gönnen sich ein Bier. Der Franzose im Wohnmobil peilt unsinnigerweise mit dem GPS um die Höhe zu bestimmen. Es kommen noch zwei Bayern auf einer gelben GS vorbei, bereits auf dem Heimweg. Auch das tschechische Wohnmobil, Marke Eigenbau, das an der Grenze vor uns war, sehen wir wieder. Bei einem rumänischen VW-Bus kocht der Kühler, sonst gehört der Pass weitgehend uns.

Passhöhe Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Habe ich eigentlich schon beschrieben, wie kunstvoll die Dächer sind? Fantastisch!

Dach Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Der Asphalt klebt an meinen Reifen, meine Frage, ob die Haftung besser wird, beantwortet beim Bremsen das blockierende Vorderrad, erfreulicher Weise löse ich reflexhaft...

Wir haben die Möglichkeit, den Tank Leerzufahren, die einzigen Tankstellen haben gerade keinen Sprit. Bis Bistrita wird es mit Reserve und Kanister reichen. Dafür tanken wir Cevapcici (Mititai) und Schnitzel (Snitel) bei Tikuta. Die Anlage gehört einem Wiesbaden-Rumänen. Nach ein wenig Suchen und einem Telefonat finden wir auch Walter den wir per Internet kennengelernt haben und mit dem wir uns nun verabredet haben. In seinem Garten sitzt schon Hans-Wolf, mit einem Bier in der Hand und den Grill vorbereitend.

Beschreibung3 Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Am nächsten Morgen starten wir zur Abenteuertour mit Walter (Hans-Wolf hat sich bereits vor dem Frühstück verabschiedet), mit Jeep und Motorrad geht es los. Nach 50 Kilometer fährt Walter ein Bachbett hoch, um zu testen, ob ich folgen kann. Erfreulicherweise verabschiedet sich sein Differential, ich hätte es mit meinem Dickschiff sehr schwer gehabt...

Der Jeep steckt fest, und eine Reparatur im Bach folgt.

Reparieren Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Weiter geht´s, ich finde ich den richtigen Weg. Die anderen kommen nicht nach, geht auch schlecht mit einem platten Reifen. Zwei zu Null für´s Motorrad – Anfängerglück...

Ich fahre Walter ins Tal, wo sein Handy wieder Empfang hatte und er seinen Angestellten mit Ersatzreifen bestellt. Schade das die Tour zu Ende ging, es war gerade am schönsten. Das Stück über die Almwiese, traumhaft zu sehen und zu fahren.

Querfeldein Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Wer einen Anlaufpunkt sucht, kann sich gerne bei mir melden, Walter freut sich über Kontakte...

Abends gehen wir in Bistrita fein essen. Walter und Gabriela erzählen von den erfolgreichen Versuchen von ihnen bekannten Rumäninnen, sich Ausländer zu angeln.

Tags darauf (Mittwoch) tun wir zunächst nichts, als zu schrauben und zu lesen. Um 3 Uhr ist Gabriela wieder da und ich fahre mit ihr auf den Übungsplatz. Sie fährt zum 1. Mal Moped. Beinahe stürzt sie, alles etwas ungewohnt,.

Gabriela verwöhnt uns mit Abendessen. Sehr gelungen ist das Eis aus Erdbeeren, Eiweiß und Zucker. Dann machen wir einen Stadtbummel. Abends genießen wir noch ein paar Wein, bevor es zurückgeht.

Donnerstag fahren wir Richtung Sibiu (Herrmannstadt) und stärken uns auf dem Weg mit einer Pizza. Wir werden belagert von kleinen Bettelkindern und flüchten nach langer Standfestigkeit ins Lokal. Sibiu ist nett, es findet gerade ein Militäraufmarsch mit Kapelle statt, dessen Grund wir nicht verstehen.

Vor Brasov (Kronstadt) verlieren wir einander, fahren beide 40 Extrakilometer um uns zu finden und sind heilfroh, dass nichts passiert ist. Überall Schäfer samt Herde, Pferde, Esel, Kühe, Gänse, Störche, Hund, Katzen (oft auch überfahren), Pferdewagen (schön finde ich die roten Troddel), seltener auch Ochsenkarren, Truthähne, Hühner...

Die Felder in Rumänien sind oft winzig und ihre Unregelmäßigkeit und die unterschiedlichen Grüntone haben einen besonderen Reiz – nicht die deutsche Eintönigkeit. Kaum jemand nutzt einen Traktor, eher sind Pferdewagen und Sense zu sehen. Die Heuhaufen sind sehr schön anzusehen. Alles wirkt wie wenn man 50 Jahre in die Vergangenheit versetzt worden wäre.

Auf den 2000ern findet man noch Schneereste. In der Dämmerung kann man kaum fahren, so dicht an dicht klatschen die Fliegen aufs Visier, der Gegenverkehr blendet, so dass wir nichts mehr sehen. Vorteil der späten Ankunft, kaum Verkehr in Brasov.

Wir haben uns bereits für ein Hotel entschieden, kommen aber dann doch privat unter, wobei man versucht, aus 13 Dollar, 30 Dollar zu machen, 40 Mark ist zwar zu teuer, aber noch günstiger als das Hotel. Wir haben keine Lust zu feilschen, weiter zu feilschen und dann zu wechseln.

Freitag machen wir einen Stadtbummel und versuchen erfolglos zu shoppen. Brasov ist sehr nett im Kern und an den Hängen. Im krassen Gegensatz zum Plattenbauring der ihn umgibt. Den sieht man gut vom Aussichtspunkt und beim Umfahren.

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Weiter geht es nach Bran zum Pseudo-Dracula-Schloß. Ist ein Gedicht, genau wie der folgende Pass. Überall wird Käse verkauft, vorher Erdbeeren und Wurst, später Korbwaren und Tücher.

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Weiter Richtung Süden liegen an einem landschaftlich reizvollen Fleck (Tal mit Felsen an einem Wildbach) recht abenteuerliche Siedlungen – Sinti/Roma?

Wir versuchen nach Fieni zu kreuzen und geraten auf anspruchsvolle Schotterwege, verlieren die Orientierung, kommen heilfroh zurück auf Asphalt und fahren doch den langen Weg.

Vom Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Es wird wieder zu spät, dummerweise halten wir nicht am ersten Hotel, wahrscheinlich weil wir belagert werden von eigentlich sehr netten rumänischen Gespannfahrern (Russischer Planet mit Beiwagen). So fahren wir vermutlich schönste Serpentinen ohne Sicht.

Dafür kommen wir in Sinaia gut unter, wir dürfen die Motorräder im Hoteleingang parken!. Gegenüber gibt es deutsches Marlene Dietrich Fastfood mit klasse Torten, Currywurst und schwarzem Efesbier (türkisch).

Samstags fahren wir, nachdem wir die restlichen Torten probiert haben, über Bourteni, das hat ein wirklich tolles Panorama.

Wo Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

Weiter fahren wir nach Sigishoara (Schäßburg) und machen einen Stadtbummel. Es geht ganz schön herauf, für die Schüler der Bergschule wurde extra eine überdachte lange Treppe gebaut. Oben finden sich auch eine leider geschlossene Kirche und weitere Wehrtürme. Der Friedhof kennt fast nur deutsche Namen. Wir werden im Ort von alten Damen angesprochen, deren Deutsch ist so alt, wie sie selbst (sorgen Sie für Ihr Frolleinchen). Mit dem Freikaufen und Heimholen der deutschsprachigen stirbt nun deren Kultur, auch wenn ich jeder/m Einzelnen die Aufnahme im vermeintlich gelobten Land gönne.

Sigishoara Bild anklicken: größeres Bild, hier klicken: noch größeres Bild

In Sovata entschließen wir uns zu nächtigen und stellen erst beim näheren Untersuchen fest, dass wir ein beliebtes Reiseziel der Rumänen gefunden haben. Wir nächtigen in einem neuen holländischen Hotel (Edelweiß) mit gehobenen Service, Restaurant, Frühstück, Preis, unter 70,00 DM pro Person.

Sonntag sollst Du ruhen. Wir sind faul und fahren nur noch 100 Kilometer nach Bistrita (Bistritz). Unterwegs werfen wir noch einen Blick auf den überfüllten Bärensee in Sovata und finden auch direkt neben der Straße viele Rumänen, die mit dem Auto einen Ausflug gemacht haben und Ballspielen, grillen etc.
Allzu sauber ist es nicht, man wird erst noch lernen, den Müll mitzunehmen.

Von Bistritz geht´s nach 2 entspannten Wochen zurück. Wir übernachten teuer in Budapest – zurück in einer ganz anderen Welt. Von da geht´s dann schnell weiter über Wien (der einzige Regen während der ganzen Zeit, sonst hatten wir eine Bullenhitze – durchgängig fast 40 Grad Celsius) nach München. Die komfortable Unterkunft bei Freunden macht uns fit für die letzten Kilometer.

Zu Hause schrubben wir uns und die Ausrüstung ordentlich und freuen uns über den unerwartet entspannten Urlaub, der nur angenehme Erfahrungen brachte. Auch mein altes Motorrad machte erst 100 km vor Frankfurt Probleme (war nur eine schlecht geölte Kette).

Wir kommen wieder. Mit echten Geländemaschinen macht´s dann erst Recht Spaß...